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Pressefotografen am Start?

Geschäfte mit der Fotografie ausserhalb der Stockseiten
mwagner159
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Pressefotografen am Start?

Beitragvon mwagner159 » So 31. Dez 2017, 12:35

Hallo zusammen,

dieser Thread wendet sich an die Fotografen, die gerne Events für Lokalzeitungen, vielleicht sogar Magazine, fotografieren. Ich selbst arbeite hin und wieder für einen Veranstaltungsort, bekomme freien Eintritt, kann mir die Stücke anschauen und gebe hin und wieder auch Bilder an die Presse. Macht richtig Spaß aber auf Dauer wüsste ich nicht ob ich das machen wollte. Ist auch ganz schön, ein kleines Archiv zu den Themen im Ort zu haben.

Jemand von euch da, der eventuell auch "News" im Gegensatz zu "Stock" macht? Wie bedeutend ist der Aspekt der Pressefotografie für eure fotografischen Tätigkeiten und insgesamt?

Freue mich auf einen interessanten Austausch.

hykoe
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Re: Pressefotografen am Start?

Beitragvon hykoe » Fr 5. Jan 2018, 00:11

Hi!
Ich war früher 10 Jahre hauptberuflich bei einer Tageszeitung, so mit Labor und Chemie und so. Jetzt mache ich sowas auch freiberuflich.
Aber an fachlichem Austausch hab ich eigentlich kein so großes Interesse hier, dazu ist mir diese Forum zu unpersönlich und offen und ich weiß nicht wirklich, mit wem ich es, vor allem fachlich, zu tun habe.
Sorry.

mwagner159
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Re: Pressefotografen am Start?

Beitragvon mwagner159 » Sa 6. Jan 2018, 12:15

Danke trotzdem für die Rückmeldung. Ich selbst hatte bei Pressebildagenturen gearbeitet, die größtenteils Stars und Sternchen auf dem roten Teppich als Thema hatten. Also richtig schöne Portraits und keine Paparazzibilder, wo einfach nur wie mit einem M-16 draufgehalten wird.

Leider wird mit den Paparazzibildern aber auch mehr verdient obwohl sie meistens qualitativ grottenschlecht sind.. Aber sie halten halt Händchen, knutschen zusammen, haben jeweils einen Verlobungsring am Finger...

Nordlicht
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Re: Pressefotografen am Start?

Beitragvon Nordlicht » Mo 8. Jun 2020, 22:43

Hallo!

Danke für Deinen Link mwagner159! Wir können uns gerne austauschen. Kurz zu mir: Ich arbeite seit einem Jahr festangestellt bei einer Regionalzeitung in Baden-Württemberg. Ich schreibe und fotografiere für meine Artikel. Das sind ganz unterschiedliche Bilder. Von Porträts über Reportagen, Landschaftsaufnahmen, Baustellenbilder, Fahrzeuge, Unfälle, Veranstaltungen und Architektur. Konzerte habe ich auch schon fotografiert. Das kommt aber selten vor, weil die Texte meist im Kulturteil gedruckt werden. Die meisten Bilder mache ich mit meiner Canon Powershot G5X. Die ist kompakt, recht leicht und ich habe sie immer griffbereit. Neben der täglichen Arbeit habe ich bei der Zeitung ein Fotoarchiv aufgebaut und kann darauf zugreifen, wenn ich mal weniger Zeit habe, rauszufahren. Dafür bekomme ich ein Angestelltengehalt.

Hinzu kommt, dass ich jahrelang für eine andere Zeitung als Freelancer gearbeitet habe. Wenn die Bilder aus dem Archiv veröffentlichen, bekomme ich dafür noch Honorar. Da habe ich Tausende Bilder im System. Ich denke, ein Vorteil ist, dass ich seit mehr als zehn Jahren meine Bilder verschlagworte. Das kam mir beim Start in die Stockfotografie zu gute. Manchmal bekomme ich auch noch Fotoanfragen von einem Mitgliedermagazin. Die schicken mich dann los und ich mache Porträtfotos oder fotografiere Events in der Region.

Mit der Stockfotografie habe ich im Oktober 2017 begonnen. Damals hatte ich 45.000 Fotos auf meiner Festplatte. Da habe ich mir überlegt, Teile davon bei Agenturen hochzuladen und auch bei der aktuellen Fotografie an Stockmotive zu denken. Weil ich freiberuflich gearbeitet habe, konnte ich manche Bilder über Agenturen zweitverwerten. Jetzt als Angestellter geht das bei aktuellen Motiven nicht mehr. Aber wenn ich reise, denke ich an Stockmotive oder wenn ich wandere oder mir eine Stadt anschaue. Die dann alle auszuwählen, zu bearbeiten und hochzuladen dauert leider. Da komme ich nicht immer so hinterher.

Schreib doch mal, was Du so machst und wie Du zur Stockfotografie gekommen bist.

Viele Grüße!
Nordlicht

mwagner159
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Re: Pressefotografen am Start?

Beitragvon mwagner159 » Mi 10. Jun 2020, 06:13

Hallo Nordlicht und Danke für deinen Beitrag.
Nordlicht hat geschrieben:Schreib doch mal, was Du so machst und wie Du zur Stockfotografie gekommen bist.

Ich hatte während meiner Ausbildung zum Wirtschafts- und Fremdsprachenassistent zwei Praktika bei Fotoagenturen in Paris und London absolviert. Dies war um 1997-98.

Zu dieser Zeit war das World Wide Web noch nicht so verbreitet und um ehrlich zu sein kam es mir auch nicht in den Sinn, über das Internet nach einer Stelle für das Pflichtpraktikum zu suchen. Ein Modem hatte ich zwar nutzte dies aber mehr um Faxschreiben an in- und ausländische Industrie- und Handelskammern zu verschicken. Der Briefkasten war dann auch regelmäßig gut gefüllt.

Letztendlich verlief es aber so, dass meine zukünftige Chefin ein Schreiben an unsere Berufsfachschule schickte und ich mich auf die Stelle bewarb und die Zusage bekam. Zu dieser Zeit wurde noch viel mit Dias gearbeitet und meine Aufgaben waren neben der Archivpflege (Bildauswahlen zusammen stellen, kommissionieren, Rücknahmen zurück ins Archiv) aber auch die Kontaktaufnahme zu ausländischen Agenturen, die potentielle Partner wären. Durch meine Zeit mit dem Modem schlug ich auch vor, eine Emailadresse einzurichten und stellte die erste Firmenwebseite online.

Größtenteils hatten wir Material der internationalen Prominenz (Roter Teppich, Filmpremieren etc.) aber auch eine Sektion über Tourismus und Stockmaterial. Die Agenturen aus den USA versorgten uns per ISDN mit einer Handvoll Fotos täglich, die sie wohl eingescannt hatten. Dann wurden diese auf unserem über SCSI angebundenen Fotodrucker ausgedruckt, den Verkäuferinnen die Ausdrucke in die Hand gedrückt, die dann wiederum in die Redaktion von Paris Match, voici, Gala, vsd etc. fuhren um die Fotos zu verkaufen. Wahrscheinlich wurden dann von den Prints auch wiederum Scans erstellt - einen Workflow den man heute nicht mehr machen würde.

Insgesamt hat mir die Tätigkeit sehr gut gefallen da man sehr "am Puls der Zeit" gearbeitet hat. Bei Pressefotografie ist ja auch die zeitnahe Übermittlung wichtig. So Sachen wie Labor etc. wurden ja mittlerweile durch WLAN/UMTS/LTE wahrscheinlich ersetzt. Vielleicht kannst Du aus deinem Alltag etwas berichten.

Ich bin aber selbst eher ein Amateurfotograf und hatte später noch ein Studium zum Diplom-Kaufmann absolviert. Insgesamt finde ich die Industrie ziemlich interessant obwohl sie sich auch sehr gewandelt hat. Selbst biete ich keine Fotos bei Microstock an und bezüglich klassischer Stockagenturen, die man heute wohl "Makroagenturen" nennen würde ist meine Fotografie schlicht gesagt einfach zu schlecht.

Ein paar weitere Informationen sind auch auf meinem Blog zu finden.


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