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Nationalparks USA

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gerald69
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon gerald69 » Di 10. Mär 2020, 12:11

Nachtrag:

Da ich sowieso gerade mit EyeEm gemailt habe, habe ich wegen den Thema angefragt.
Die Antwort von EyeEM:

If you are unable to obtain the property release, then we will not be able to sell the photo under a commercial license. However, you can still sell them under an editorial license in EyeEm Market. Here's an article that can help: https://www.eyeem.com/blog/do-you-need- ... o-release/


Diese geht jetzt natürlich nicht näher darauf ein, dass die Navayos in ihren Bedtimmungen die kommerzielle Nutzung ohne Lizenz generell ausschließen.
Eine Antwort auf meine Mail an die Monument Valley Verwaltung habe ich nicht erhalten - was ich erwartet habe.

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Ralf
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Ralf » Di 10. Mär 2020, 19:43

Hallo Gerald,

das Einstellen der Bilder bei einer Stockagentur ist noch keine "kommerzielle Nutzung", das ist ein häufiges Missverständnis. Wenn das so wäre, dann dürfte man auch keine Firmenlogos oder Fotos von Personen einstellen. Es geht darum, wie das Foto vom Käufer verwertet wird, bzw. verwertet werden darf. Wenn Du die Bilder redaktionell einstellst, dürfen die Bilder nicht kommerziell genutzt werden (z. B. für Werbezwecke) sondern nur im direkten Zusammenhang mit dem Bildthema (z. B. Bericht über Antelope Canyon). Insofern ist die Antwort von Eyeem nachvollziehbar.

gerald69
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon gerald69 » Mi 11. Mär 2020, 11:09

Hallo Ralf,

ich bin kein Jurist und vielleicht sollte ich ein paar Euros investieren und einen Medienanwalt um eine Klärung bemühen.
Ich denke, da kommen verschiedene Aspekte zusammen.

"Kommerziell" oder anders ausgedrückt: "mit Gewinnabsicht" besteht m.W.n. schon dann, wenn ich ein Bild in Stocks stelle und (wenn auch nur) ein paar Cent für einen Verkauf erhalte ODER ein Bild auf (meine) gewerbliche (Fotografen-) Webseite oder ein entsprechendes Social-Media-Profil stelle (Eigenwerbung als Fotograf). Es gibt ja sogar gerichtliche Entscheidungen, dass sogar eine private Website "kommerziell" wird, sobald ich durch Banner Einnahmen erziele.

Weiterhin, wenn ich auf fremden Eigentum (Grund und Boden) Aufnahmen erstelle und diese ohne Release veröffentliche (egal wo), dies der Eigentümer (z.B. Parks, Navajos, Schlösser usw.) verbieten oder eine Gebühr dafür verlangen kann.

Die Pressefreiheit (Editorial) deckt, denke ich, wenn, dann nur ersteres ab. Dürfte aber von Land zu Land auch unterschiedlich sein. Demzufolge würde ich die Aussage von EyeEm als "nicht korrekt" bewerten. Letztendlich hängt der Kopf des Fotografen in der Schlinge und die Stockagentur muss nur das Bild löschen.

Die Sache mit den Podsdamern Schlösser & Gärten wurde in letzter Instanz vom BGH ja bestätigt. Alles von außerhalb (Grund und Boden) kann man verwerten, aber sobald man das Bodeneigentum betritt, gelten die Vorgaben der Verwaltung. Wir haben hier (vergleichbarer Weise) auch einen Schlossgarten. Private Aufnahmen auf dem Gelände werden geduldet - laut Auflage jedoch kein Einstellen in Stocks. Fotografiert/Filmt man "gewerblich" muss man das beantragen (Antragsgebühr) und wenn man etwas "verwerten" möchte, kostet das je Motiv knappe 250 Euro und man muss das Material der Verwaltung zur freien Verfügung überlassen. Finde ich extrem krass.
Trotzdem findet man allerlei Material in den Stocks, aber i.d.R. unter Pseudonym. Wahrscheinlich ist denen der Aufwand zu hoch, wobei eine Löschung könnten sie beantragen und wahrscheinlich auch durchsetzen.
Aber wie gesagt, ich bin kein Jurist - vielleicht gilt Editorial ja doch.

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Ralf
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Ralf » Mi 11. Mär 2020, 17:34

Habe mir die Urteile, die ich nicht kannte, mal durchgelesen - Du hast nach meinem Verständnis Recht.
Eigentumsrecht steht über Panorama- und Pressefreiheit und öffentlichem Interesse. Wenn die Eigentümer die Veröffentlichung von Bildern, die vom eigenen Grund aufgenommen wurden, untersagen, dürfen die Bilder auch nicht als Editorial veröffentlicht werden. Interessant auch, dass Portalbetreiber nicht in der Haftung stehen.
Somit kann einem jedes Bild, das von privatem Grund fotografiert wurde, um die Ohren fliegen. Wurde hier im Forum bisher so noch nicht diskutiert und gesehen und widerspricht auch den Definitionen der Agenturen für Editorials.

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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Claudio » Mi 11. Mär 2020, 21:19

Vielen Dank für die Recherche, ich habe das Ganze mit Interesse verfolgt. Wir haben nämlich in Berlin das Problem, dass jedes Stück Grün, das es hier gibt, zu "Grün Berlin" gehört. Die nehmen richtig viel Geld für eine Aufnahme - das würde man in 1.000 Jahren nicht hereinbekommen. Wir sind davon ausgegangen, dass hier - wenn nicht eingezäunt - die Panoramafreiheit gilt. :?
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Ralf » Mi 11. Mär 2020, 22:06

Claudio hat geschrieben:Wir sind davon ausgegangen, dass hier - wenn nicht eingezäunt - die Panoramafreiheit gilt. :?


Nicht nur Ihr, wir alle, denke ich.
Auch habe ich gedacht, dass Editorial ein gewisser Freifahrtschein (bis auf ein paar Ausnahmen) für alle Fotos ist, das ist definitiv falsch und damit auch die Definition der Agenturen. Gerade Berlin und Potsdam scheinen da ziemlich hinterher zu sein, neben dem Sanssouci-Urteil gab es ja noch einige weitere Urteile gegen Fotografen.
Ich mache ja auch gerne Editorial-Fotos in Supermärkten, könnte auch nach hinten los gehen.
Am Besten fotografiert man nur noch Blumen auf eigenem Grundstück ;)

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Re: Nationalparks USA

Beitragvon gerald69 » Mi 11. Mär 2020, 23:12

Claudio hat geschrieben:Wir sind davon ausgegangen, dass hier - wenn nicht eingezäunt - die Panoramafreiheit gilt. :?


Panoramafreiheit gilt nur von öffentlichem Boden aus (Gehweg, Straße o.) und ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter).
Sobald Du im Park bist, betrittst Du fremdes Eigentum.
Habe gerade Mal nach "Grün Berlin" gegoogelt. Krass. Also, wenn man Aufnahmen in einer fremden Stadt macht, vor Veröffentlichung erst alles googeln :shock:

Ralf hat geschrieben:Wenn die Eigentümer die Veröffentlichung von Bildern, die vom eigenen Grund aufgenommen wurden, untersagen, dürfen die Bilder auch nicht als Editorial veröffentlicht werden. Interessant auch, dass Portalbetreiber nicht in der Haftung stehen.


Ich denke:
- Die meisten Stocks sitzen im Ausland, unterliegen ggf. anderen Gesetzen, die meisten Bildermacher sind privat, mit anonymen Nick und aus dem Ausland. Die Mühen zu klagen scheinen da zu hoch zu sein.
- ggf. gelten in anderen Ländern andere "editorial" Auslegungen
- für solche Webdienste gilt eben "nur" das Urheberrechtsgesetz (oder heißt das anders?). Nach Kenntnisnahmemüssen die Inhalte innerhalb angemessener Zeit gelöscht werden. Mehr passiert denen nicht. Dem Urheberverletzer jedoch, wenn verfolgt, schon.

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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Claudio » Mi 11. Mär 2020, 23:37

gerald69 hat geschrieben:Panoramafreiheit gilt nur von öffentlichem Boden aus (Gehweg, Straße o.) und ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter).
Sobald Du im Park bist, betrittst Du fremdes Eigentum.

Naja, ist der Park nicht eingezäunt, wie das zum Beispiel bei einem Schlosspark oder der Bundesgartenschau der Fall ist, ist für mich eine normale Grünanlage bisher öffentlicher Boden gewesen. Mit meinen Steuern bezahlt und gepflegt und frei zugänglich. Sonst wäre ja die ganze Stadt für Fotografen gesperrt, denn auch Bürgersteige und Straßen "gehören" ja der Stadt.
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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Ralf » Do 12. Mär 2020, 12:17

War jetzt auch mal bei "Grün Berlin" auf der Webseite, da bleibt ja in Berlin tatsächlich kaum noch Grünfläche für Stockfotografen übrig :shock:

Frage mich allerdings, wieso eine GmbH, die lt. Webseite nur für die Verwaltung und Bewirtschaftung von öffentlichen Grünflachen zuständig ist, überhaupt Fotorechte für sich beanspruchen kann?

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Re: Nationalparks USA

Beitragvon Claudio » Do 12. Mär 2020, 14:25

Gute Frage ...
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