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Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Diskussionen zu Stockseiten allgemein
AndyA
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Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon AndyA » Fr 5. Jan 2018, 20:08

Erst mal ein gutes neues Jahr an alle!

Im Fotalia-Thread wurden ja zuletzt diverse Enttäuschungen auch von erfahrenen Stockfoto-Fotografen geäußert (Bezahlung, Rückgang der Downloads, Umgang der Agenturen mit Fotografen etc.).
Ich bin seit 6-7 Monaten (je nach Agentur) dabei und mein Fazit ist ernüchternd, obwohl ich schon relativ große Portfolios in der Zeit aufgebaut habe.
Adobe/Fotalia: 359 Fotos, 11 Downloads
Shutterstock: 621 Fotos, 45 Downloads
Colourbox: 369 Fotos, 17 Downloads (seit ca. 6 Wochen keine Fotos mehr hochgeladen)
istock: 43 Fotos, 3 Downloads (Hochladen bereits nach 4 Wochen aufgegeben wegen 0,11 Dollarcents Verdienst bei zwei Fotos)

Mag sein, dass meine Fotos nicht der Knüller sind. Vielleicht spielen jedoch auch andere Faktoren eine Rolle, weshalb der Erfolg ausbleibt.

Vielleicht ist es so, dass in dieser Branche kein "Blumentopf mehr zu gewinnen ist". Vielleicht sind Neulinge einfach zu spät dran, und alte Hasen müssen immer mehr kämpfen - angesichts riesiger Konkurrenz an Anbietern.

Ich jedenfalls spiele mit dem Gedanken, das Ganze erst mal auf Eis zu legen.
Wie geht es euch?

Claudio
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Claudio » Sa 6. Jan 2018, 02:51

Auch Dir ein gutes neues Jahr! :)

Zu Deiner Frage: Ich glaube, der wahrgenommene Erfolg oder Misserfolg hängt sehr von der eigenen Erwartungshaltung ab. Meine Frau und ich haben Anfang 2017 testweise ein paar Fotos hochgeladen als wir auf die Stockfotografie aufmerksam wurden; anfangs mit ein paar Schlagworten und halbgaren Beschreibungen. Das konnte eigentlich nicht wirklich klappen, obwohl schöne Fotos dabei waren.

Im Laufe der Monate haben wir dann damit begonnen, die Fotos per Adobe Bridge zu verschlagworten, um den Aufwand beim Upload an verschiedene Agenturen zu minimieren, haben das Shutterstock Schlagwort-Tool für uns entdeckt, ordentliche Beschreibungen benutzt, bessere Objektive gekauft und begonnen, gezielter für den Verkauf zu fotografieren. Das alles hat sich im letzten Vierteljahr bei Portfolios um die 500 Fotos langsam bemerkbar gemacht. Es gibt immer noch Agenturen, die wir einfach mit beliefern, obwohl dort keine oder fast keine Bilder von uns verkauft werden, aber bei Getty, Adobe und hauptsächlich Shutterstock mit jetzt über 60 Verkäufen kommt langsam Bewegung hinein. Auszahlungen hatten wir noch nicht, nähern uns aber an.

Tja, was bringt uns also das stundenlange Bearbeiten und Hochladen von Fotos? Geld nicht wirklich, aber darum ging es uns auch nie. Um allein die beiden Neuzugänge bei den Objektiven wieder herauszubekommen, müssten wir vermutlich jahrelang Stock-Fotos verkaufen. Aber der Spaß, Fotos nach Australien, Indien, Südamerika oder Russland zu verkaufen, ist für uns unbezahlbar. Jedes Mal freuen wir uns, wenn sich irgendjemand für eines unserer Fotos entscheidet, weil das auch eine Form der Anerkennung ist, die man als Hobbyfotograf sonst nur im engen Familien- oder Freundeskreis erfährt. Aber weltweit? Unbezahlbar cool!

Für uns bleibt das Fotografieren ein Hobby, das wir nun dank Shutterstock und Co weltweit präsentieren können. Fließt dabei ein bisschen Geld? Gut. Ist es nur wenig? Trotzdem gut. Wir müssen davon zum Glück keine Wohnung, kein Auto und keine Fotoausrüstung finanzieren. Wir haben einfach unseren Spaß damit. Insofern denken wir gar nicht ans Aufhören. :D

Unser nächstes größeres Projekt wird sein, dort wo es nachträglich möglich ist, Beschreibungen und Schlagworte der schönsten Erstlingswerke aufzupolieren.

hobbystocker
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon hobbystocker » Sa 6. Jan 2018, 09:46

Andie_Alpion hat geschrieben:Erst mal ein gutes neues Jahr an alle!

Im Fotalia-Thread wurden ja zuletzt diverse Enttäuschungen auch von erfahrenen Stockfoto-Fotografen geäußert (Bezahlung, Rückgang der Downloads, Umgang der Agenturen mit Fotografen etc.).
Ich bin seit 6-7 Monaten (je nach Agentur) dabei und mein Fazit ist ernüchternd, obwohl ich schon relativ große Portfolios in der Zeit aufgebaut habe.
Adobe/Fotalia: 359 Fotos, 11 Downloads
Shutterstock: 621 Fotos, 45 Downloads
Colourbox: 369 Fotos, 17 Downloads (seit ca. 6 Wochen keine Fotos mehr hochgeladen)
istock: 43 Fotos, 3 Downloads (Hochladen bereits nach 4 Wochen aufgegeben wegen 0,11 Dollarcents Verdienst bei zwei Fotos)

Mag sein, dass meine Fotos nicht der Knüller sind. Vielleicht spielen jedoch auch andere Faktoren eine Rolle, weshalb der Erfolg ausbleibt.

Vielleicht ist es so, dass in dieser Branche kein "Blumentopf mehr zu gewinnen ist". Vielleicht sind Neulinge einfach zu spät dran, und alte Hasen müssen immer mehr kämpfen - angesichts riesiger Konkurrenz an Anbietern.

Ich jedenfalls spiele mit dem Gedanken, das Ganze erst mal auf Eis zu legen.
Wie geht es euch?

Die 0,11 bei istock sehe ich nicht als Problem. Es kommt immer auf den gesamt Umsatz an. Wenn man bei Fotolia, Shutterstock und Istock regelmäßig ausreichende Mengen gefragter Bilder hochlädt dann sollte da noch was zu verdienen sein.
Wobei Lifestyle Fotos immer mehr Umsatz bringen als die typischen "Fundstücke" eines Generalist. So um 2008 galt dass ein Lifestyle Bild etwa siebenmal so viel Umsatz bringt wie ein Landschaftsbild. Die Zahl dürfte heute viel höher sein. Je mehr Personen und Generationen am Bild sind, desto besser. Das Geld für Models am Anfang besser in Portrait, People Workshops stecken und stattdessen Freunde und Verwandte vor die Kamera holen. Später kannst du ja TFP Shootings mit Models probieren. Ich denke man kann bei Microstock mit vertretbaren Aufwand nebenbei immer noch 10.000 bis 30.000 im Jahr machen. Aber mit Lifestyle Bildern. Und dass nicht von heute auf morgen. Microstock ist ein Marathon.

mwagner159
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon mwagner159 » Sa 6. Jan 2018, 12:07

Andie_Alpion hat geschrieben:Vielleicht ist es so, dass in dieser Branche kein "Blumentopf mehr zu gewinnen ist". Vielleicht sind Neulinge einfach zu spät dran, und alte Hasen müssen immer mehr kämpfen - angesichts riesiger Konkurrenz an Anbietern.

Ich selbst vermisse mehr die mittelständig geprägte Agenturlandschaft. 1997 hatte ich ein Praktikum bei einer Fotoagentur in Paris gemacht und vermisse die Zeit ein wenig, wo Digitalfotos noch lange nicht die Regel waren. Es kam eine Bestellung rein, dann ist man ins Archiv gegangen, hat physisch Duplikate von Dias zusammen gesucht und sie dann später verschickt. Bildübertragung per ISDN gab es zwar schon aber dann wurden wirklich nur die besten Motive gescannt und verschickt.

Auch zu den Fotografen war es ein anderes Verhältnis: Sie kamen dann auch wirklich mit ihren neuesten Produktionen in die Agentur. Man trank Kaffee, sprach über das Geschäft. Heute werden Tausende von Bildern nur per FTP übertragen und der persönliche Kontakt zwischen Agentur und Fotograf kommt da total unter die Räder. Feedback von der Agentur war für viele Fotografen wichtig um sich fotografisch weiterzuentwickeln.

Insgesamt macht es mir eher Sorgen, dass es an sich kaum noch Arbeitsplätze in der Branche gibt. Viele Agenturen mussten umrüsten, die Analogarchive liegen plötzlich brach und es ist nicht mehr modern, Dias zu verschicken. Stattdessen gilt das Credo: "Die Masse machts.."

hobbystocker
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon hobbystocker » Sa 6. Jan 2018, 12:16

mwagner159 hat geschrieben:Insgesamt macht es mir eher Sorgen, dass es an sich kaum noch Arbeitsplätze in der Branche gibt. Viele Agenturen mussten umrüsten, die Analogarchive liegen plötzlich brach und es ist nicht mehr modern, Dias zu verschicken. Stattdessen gilt das Credo: "Die Masse machts.."

Ich glaube es gibt in der Agenturfotografie mehr Arbeitsplätze als je zuvor. Nur sind die großteils in den ehemaligen Ostblock gewandert. Asien scheint auch langsam im kommen. Mit mobiler Fotografie wird wahrscheinlich auch Afrika in den Startlöchern der Stockfotografie stehen.

mwagner159
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon mwagner159 » Sa 6. Jan 2018, 12:28

hobbystocker hat geschrieben:Ich glaube es gibt in der Agenturfotografie mehr Arbeitsplätze als je zuvor. Nur sind die großteils in den ehemaligen Ostblock gewandert. Asien scheint auch langsam im kommen. Mit mobiler Fotografie wird wahrscheinlich auch Afrika in den Startlöchern der Stockfotografie stehen.

Meinst Du damit so Sachen wie beispielsweise Keywording- oder Retouchierdienstleistungen? Da würde ich auch sagen, dass diese Dienstleistungen hinzugekommen sind und wahrscheinlich auch Arbeitsplätze bieten.

Andererseits glaube ich aber auch, dass Budgets im Fotobereich sehr gekürzt wurden. Fotoredakteure, die sich speziell auf die Recherche und Auswahl spezialisiert haben findet man größtenteils nur als Soloselbständige. Auch bei den Pressefotografen wird dem schreibenden Redakteur wohl gerne mal eine Kamera umgehängt.

Ich meinte damit eher, dass es sich um sozialversicherungspflichtige Angestelltenverhältnisse handelt. Dort ist mein Eindruck, dass diese Arbeitsverhältnisse immer seltener werden.

Claudio
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Claudio » Sa 6. Jan 2018, 12:52

Das ist aber gar nicht das Thema ... ;)

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Heiko Küverling
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Heiko Küverling » Sa 6. Jan 2018, 14:23

Ich sehe das genau wie hobbystocker.
Das Bilder zu relativ niedrigen Preisen verkauft werden liegt nun mal in der Regel am Abo-System dass es bei den meisten Agenturen gibt. Diese niedrigen Einnahmen sind aber nicht die Regel. Es gibt immer mal Verkäufe die bedeutend höher sind. Hat man ein großes Portfolio, dann kommt allein bei den drei großen Agenturen (Shutterstock, Fotolia, Istock) allerhand Geld zusammen (Ich kann davon immerhin locker meine Miete bezahlen). Man sollte natürlich sein Portfolio ständig aufstocken, was aber kein Problem ist, wenn man das Ganze egal ob als Hobby, oder Profi ernsthaft betreibt.
Viele Neulinge sind natürlich erst einmal unzufrieden, weil sie sich mehr erhofft haben. Aber ich bin der Überzeugung, dass diese, wenn sie einen langen Atem haben, feststellen werden, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen steigenden Umsatzzahlen und wachsendem Portfolio. Ich spreche da nich von einem Portfolio von 100-200 Bildern, sondern von einem Portfolio von mehreren Tausend Bildern.
Man muss erst einmal mehrere Jahre durchhalten, bis sich erste Erfolge zeigen. Erst dann macht es richtig Spaß. Und erst dann macht man sich über die zum Teil niedrigen Einzelpreise keine Sorgen mehr, denn dann hat man jeden Monat eine gewisse Gesamtsumme, mit der man auch etwas anfangen kann.
Es wird im Forum einige geben, die jetzt sagen: Der ist ja blöd, wenn der seine Bilder bei den Agenturen verschenkt. Diese Leute haben dann aber das Problem, dass Sie dann dort halt gar nichts verdienen.

Claudio
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Claudio » Sa 6. Jan 2018, 15:27

Heiko Küverling hat geschrieben:ich bin der Überzeugung, dass diese, wenn sie einen langen Atem haben, feststellen werden, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen steigenden Umsatzzahlen und wachsendem Portfolio. Ich spreche da nich von einem Portfolio von 100-200 Bildern, sondern von einem Portfolio von mehreren Tausend Bildern.
Man muss erst einmal mehrere Jahre durchhalten, bis sich erste Erfolge zeigen. Erst dann macht es richtig Spaß. Und erst dann macht man sich über die zum Teil niedrigen Einzelpreise keine Sorgen mehr, denn dann hat man jeden Monat eine gewisse Gesamtsumme, mit der man auch etwas anfangen kann.

Genau. Man könnte sagen "Die meisten Lawinen beginnen mit einem Schneeball" - das ist irgendwie das Prinzip. :lol:

outdoorpixel
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon outdoorpixel » Sa 6. Jan 2018, 16:29

Ich persönlich würde jedem der nicht auf die Einnahmen der Stockfotografie angewiesen ist raten es bleiben zu lassen.
Meiner Meinung nach baut das System der Stockfotografie auf die Ausbeutung der Fotografen aus.
Nichts anderes passiert doch in der Branche!
Reich werden nur andere (vor allem die Agenturen) - der Fotograf ist nichts anderes als eine billige Arbeitskraft die ständig neue 'Ware' ranschaffen muss.
Setzt man das Verhältnis des persönlichen (Arbeits-/Investitions-)Aufwands den finanziellen Erlösen gegenüber, wird man feststellen, das man mit Pfandflaschensammeln mehr verdienen kann.
Dazu verliert man noch Lebenszeit die man sinnvoller nutzen kann.

Als Hobby-Fotograf gibt es bessere Wege seine eigenen Bilder zu verwerten als diese geldgeilen Agenturinhaber/Aktionären zur Vermarktung in den Rachen zu werfen.
Mit gesundem Menschenverstand sowie einem Mindestmaß an Selbstachtung dreht man der Stockfotografie gerne den Rücken zu - beliefert nur Agenturen die Fotografen fair entlohnen.
Von den Big-Playern ist eine angemessene Entlohnung jedenfalls nicht zu erwarten.


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