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Geschützte Inhalte als "Hardware" (POD) ?

Diskussionen zu Stockseiten allgemein
spiegel
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Geschützte Inhalte als "Hardware" (POD) ?

Beitragvon spiegel » So 13. Jan 2019, 13:55

Mal wieder ein rechtliches Problem, bei dem ich auf dem Schlauch stehe.
Wenn ich über eine POD-Agentur Prints verkaufe, was muss ich da bei Editorials beachten?
Gar nichts, weil es keine digitale Weitergabe ist?
Oder darf ich (in D) gar keine Editorials als Ausdrucke verkaufen?
Oder was sonst?

Null Plan, weiß jemand mehr?

comofoto
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Re: Geschützte Inhalte als "Hardware" (POD) ?

Beitragvon comofoto » Di 15. Jan 2019, 04:33

Editorial heisst doch nach den mir bekannten Bedingungen der Stockagenturen zur ausschliesslichen Verwendung für rein redaktionelle Dokumentationszwecke.
Der Ausdruck als Poster oder Wandbild ist ja nun kaum als redaktionell einzuordnen.

Was Du jedoch mit den von Dir erstellten Bildern (denen ja in der normalen Nutzung nicht das Label "Editorial" anhängt") machst, solltest Du ggfls. mit einem Medienrechtler abklären. Zumindest sichtbare geschützte Logos/Warenzeichen/Designs dürften problematisch sein, ebenso halte ich es für hinterfragenswürdig, erkennbare Personen auf Bildern zu haben, die sich Dritte (ob kostenpflichtig oder nicht, dürfte egal sein) an die Wand hängen. Hier kollidierst Du mit Sicherheit mit der DSGVO. Nach den Vorschriften der DSGVO darfst Du Bilder mit identifizierbaren Personen ohne deren Genehmigung noch nicht einmal öffentlich zeigen. Sie zu zeigen und dann auch noch an Jedermann als Druck zu verkaufen, dürfte ohne Frage strafbar sein.

spiegel
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Re: Geschützte Inhalte als "Hardware" (POD) ?

Beitragvon spiegel » Di 15. Jan 2019, 07:59

Deine Meinung erscheint auf den ersten Blick logisch und nachvollziehbar.
Sie steht aber in krassem Widerspruch zur Wirklichkeit.
Wenn man bei den POD-Seiten die Suche auf "Photos" beschränkt, bekommt man wirklich ALLES, was bei MS-Agenturen nicht geht.
Von (erkennbaren) Menschen bis zu Reproduktionen und allen möglichen Abbildungen fremden geistigen Eigentums.
Auch bei Logos und Markennamen scheint es da keinerlei Grenzen und Berührungsängste zu geben.
Kann es sein, dass das irgendwas mit der "Freiheit der Kunst" zu tun hat und POD-Bildchen im Gegensatz zu MS perse als "Kunst" eingestuft werden?
Hier mal ein paar Beispiele, damit klar wird, was ich meine:

https://pixels.com/featured/dreaming-of ... rogan.html
https://pixels.com/featured/street-phot ... grini.html
https://pixels.com/featured/paris-eiffe ... viola.html
https://pixels.com/featured/vintage-cok ... -ward.html

comofoto
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Re: Geschützte Inhalte als "Hardware" (POD) ?

Beitragvon comofoto » Di 15. Jan 2019, 10:08

wer soll das als Kunst einstufen und wie verbindlich für wen?
Die genannte Seite ganz sicher nicht, denn die machen nichts anderes, als Anbietern eine Plattform bereitzustellen, die eigenen Werke zu verkaufen/ausdrucken zu lassen.
Alle Rechte an den Bildern und die aus den Bildern entstehenden Verpflichtungen liegen bei den Urhebern, die Seite garantiert für NICHTS.
Meint jemand nun, seine eigentlich durch diverse Vorschriften nicht öffentlich präsentierbaren Bilder dort trotzdem anbieten zu müssen, so liegt das volle Risiko beim Urheber, nicht bei Pixels.
Wenn das nach dem Motto "Wo kein Kläger, da kein Richter" funktioniert, dann mag das ein glücklicher Zufall sein.
Wenn jemand oder ein Markenrechtsinhaber sich aber mal in seinen Rechten beschnitten fühlt, dann gehts ausschliesslich zu Lasten des Urhebers.
Inosfern: Wer das Risiko nicht scheut....................

Die Seite funktioniert wie Ebay. Zeugs reinstellen und verkaufen.
Auch Ebay garantiert weder für Funktionalität, noch für eingehaltenen Musterschutz oder ähnliche Rechte.
Die Anbieter tragen das volle Risiko, dass die angebotenen Waren dem geltenden Recht entsprechen -und sind auch oft genug schon auf die Nase gefallen.
Und bietet man wie bei Pixels seine Bilder weltweit an, dann müssen auch alle weltweiten Rechte beachtet werden.
Nur weil vermeintliche Kunst angeboten wird (die meist keine ist und garantiert auch von keinem Richter so eingestuft würde),
gibts doch keinen Freibrief für die Verletzung von Marken- oder Persönlichkeitsrechten, zumal es ja keinerlei Vorab-Instanz gibt, die
in der Lage wäre, rechtssicher darüber zu entscheiden, ob es Kunst oder bloss triviale Knipserei ist.
Nur weil es auf Leinwand gedruckt wird, bleibt ein Knipsbild doch ein Knipsbild und ändert an seiner rechtlichen Nutzbarkeit nichts.

Zur Frage, ob POD-Bilder per se als Kunst eingestuft werden: Wer sollte dies denn als weltweit gültige Oberinstanz so einstufen können/dürfen?
Da gibt es niemanden, der das festlegen könnte.

Nee, nee, Pixel ist eine reine Vermarktungsplattform, die den Urhebern absolut keine Verpflichtungen abnimmt, vielmehr das volle Risiko bei denen belässt und ganz sicher gelassen zusieht, wenn einer davon verklagt wird.
Da muss jeder Urheber wissen, was er einstellt und selbst abwägen, wie hoch das Risiko ist, erwischt und verklagt zu werden -und mit einer Freiheit für sogenannte Editorials hat das absolut nichts zu tun, die gibt es in diesem Zusammenhang nicht.


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